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Bramsche wird Fairtrade-Stadt

Am 7.Dezember 2017 hat der Bramscher Stadtrat den Beschluss gefasst, sich an der Fairtrade-Stadt Kampagne zu beteiligen und den Titel „Fairtrade-Stadt“ für Bramsche anzustreben.

„Diesen Titel bekommt eine Stadt natürlich nicht einfach so, sondern muss schon bestimmte Kriterien erfüllen“, erläutert Ehrenamtskoordinatorin Maria Stuckenberg, die der Steuerungsgruppe Fairtrde-Stadt angehört.

Den ersten Schritt hat der Stadtrat getan, indem der  Beschluss gefasst wurde, dass auf allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse sowie im Bürgermeisterbüro  bei einem entsprechenden Angebot zwei Getränke sowie zwei Produkte aus dem Fairen Handel dbei sein sollen.Andree Pfänder vom Fachbereich 1, der auch für die Beschaffung von Getränken und Lebensmitteln zuständig ist, hat sich bereits intensiv mit dem Produktangebot auseinandergesetzt und für entsprechende Bestellungen gesorgt.

Es werde zukünftig fair gehandelter Kaffee oder Tee ausgeschenkt, ein Kaltgetränk sowie Kekse und Zucker aus Fairem Handel bereitgestellt, fasst Maria Stuckenberg zusammen. „Allerdings sollte niemand meinen, dass nun im Rathaus überall reichlich aufgetischt wird. Nur, wenn ohnehin üblicherweise vorgesehen ist, Getränke und anderes auf den öffentlichen Sitzungen anzubieten, wird sich in diesem Angebot nun auch eine Auswahl von fair gehandelten Produkten befinden“, stellt Stuckenberg klar.

In Bramsche gibt es bereits viele Akteure, sie sich zum Fairen Handel bekennen. Allen voran der Weltladen Bramsche, der vom Projekt „Neue Erde e.V.“ betrieben wird. Ebenso haben sich Kirchengemeinden und Schulen mit dem Thema auseinandergesetzt und betreiben z.B. über Verkaufsstände oder Frühstücksaktionen Öffentlichkeitsarbeit für den Fairen Handel.

„Und wer bewusst nach fair gehandelten Produkten im Einzelhandel, im Supermarkt oder auch in der Gastronomie fragt, wird erstaunt sein, wie viele Unternehmen in Bramsche diese Nachfrage bereits bedienen können“, betont Maria Stuckenberg.

Die Stadt möchte dieses Engagement nun durch die Kampagne zur Fairtrade-Stadt bündeln und auch Bürgerinnen und Bürger zu einem bewussten Konsum anregen, wie Bürgermeister Heiner Pahlmann ausführt: „Durch Medien und öffentlichkeitswirksame Aktionen über und für den Fairen Handel wird nachhaltiges Handeln zum Gesprächsthema in unserer Stadt und könnte zu einem gemeinsamen Miteinander beitragen, so dass sich alle zu einem fairen und nachhaltigen Engagement motiviert fühlen.“

In unserer Region haben bereits Osnabrück, Lingen, Nordhorn, Rheine und Ibbenbüren den Fairtrade-Stadt Titel erhalten. Im letzten Oktober 2017 ist die benachbarte Kommune Bad Essen ebenfalls mit dem Titel ausgezeichnet worden und betreibt damit eine äußerst positive Imagewerbung für die Region.

Neben dem Beschluss, den der Stadtrat im Dezember 2017 gefasst hat, müssen in Bramsche nun weitere Kriterien erfüllt werden:

Es muss mindestens sieben lokale Einzelhandelsgeschäfte geben, in denen jeweils mindestens zwei gesiegelte Produkte aus Fairem Handel angeboten werden und in mindestens vier Gastronomiebetrieben (Cafés und Restaurants) sollen mindestens zwei Fairtrade Produkte verkauft bzw. ausgeschenkt werden.

Daneben sollen in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen Fairtrade-Produkte verwendet und Bildungsaktivitäten zum Thema „Fairer Handel“ durchgeführt werden. In Bramsche müssen jeweils mindestens eine Schule, ein Verein und eine Kirche mitmachen.

Eine  Steuerungsgruppe hat sich bereits aus gebildet, die aus Vertretungen der Verwaltung, Kirchen, Schulen und Vereinen besteht.  Diese versammelt nun all die Akteure, die sich an der Kampagne beteiligen möchten und koordiniert Veranstaltungen und Medienarbeit. 

Schon jetzt haben zahlreiche Geschäfte und Schulen zugesagt, sich an der Kampagne zu beteiligen. Handel, Gastronomie und öffentliche Einrichtungen können sich ab sofort bei der Steuerungsgruppe melden, wenn sie sich ebenfalls beteiligen und öffentlichkeitswirksam auftreten möchten.

Nach Erfüllung aller Kriterien und Prüfung durch TransFair Deutschland e.V. bewirbt sich die Stadt Bramsche um den Titel Fairtrade-Stadt und erhält in einer feierlichen Übergabe gemeinsam mit allen Beteiligten die Urkunde.

Was bedeutet Fairer Handel?

Wer Produkte aus dem Fairen Handel einkauft, unterstützt direkt die Produzenten in den Herkunftsländern (Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiter). Insbesondere fördert der  Faire Handel eine nachhaltige Produktion nach ökologischen Kriterien, verlässliche  und faire Preisbestimmung,  Bildungsangebote, Gesundheitsversorgung, Stopp von Kinderarbeit und langfristige Handelbeziehungen der Kleinbauern mit den Vertriebspartnern. Kontrollorganisationen überprüfen die Einhaltung bestimmter Kriterien und vergeben danach die Siegel der Fair Handels Organisationen. Eines der bekanntesten Siegel ist das von FAIRTRADE, daneben gibt es aber noch eine Vielzahl weiterer Produkt-als auch Vertriebssiegel des Fairen Handels.

 

Wer sich umfassend über das Konzept des Fairen Handels und über Bramsches Vorhaben, Fairtrade-Stadt zu werden, informieren möchte, kann das Ende Februar tun: Die Steuerungsgruppe lädt alle Interessierten zu einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Stadtgespräche“ in die Kornmühle des Tuchmacher Museums ein:

Auf dem Weg zur „Fairtrade-Stadt“, Dienstag, den 27. Februar um 19:00 Uhr, Tuchmacher Museum Bramsche